Der "Tu was Du liebst"-Blog

04 Sep

Über die Macht sich festzulegen

By am September 4th, 2013

Früher saß ich häufig mit Freunden zusammen und wir haben ins bei einem Rotwein lauter Geschäftsideen ausgedacht. Wir sind immer der Frage hintergerannt, wie wir mehr Geld verdienen können. Da waren Ideen neue Brettspiele, für ein Einrichtungsservice mit gebrauchten Möbeln, ein Abonement für Windeln und noch viele Dinge mehr. Wir haben uns damals regelrecht in Begeisterung gereden. Wir sahen schon den Geldberg vor uns, den wir durch die Idee bekommen würden. Dann gingen wir abends auseinander und keiner von uns machte auch nur einen Finger krumm um die ersten Schritte auf die Idee zu zumachen. Vielleicht hätte es ein wenig Recherche gebraucht, vielleicht ein paar Anrufe, vielleicht einen Termin…doch wir haben nichts gemacht. So blieb alles beim Alten. Wir gingen damals unseren Jobs weiter nach, die wir nicht mochten.

 

Dann vor ein paar Jahren also ich mein erstes Coaching hatte, fragte mich mein Coach, was ich für Ziele habe. Wo ich in einem Jahr sein will, was ich haben oder können werde, wenn ich es mir aussuchen könnte. Da fielen mir gleich ein paar Sachen ein: Ich wollte eine eigenePräsentationsagentur leiten, aber auch eine Weltreise unternehmen, ich wollte Gitarre spielen können,  ein Haus in der Karibik besitzen, wollte eine Webseite haben, ein Buch schreiben,  meine Idee mit dem Brettspiel umgesetzt haben usw. Mein Coach bohrte weiter,  was ich dann davon nuntatsächlich umsetzen wollte. Er meinte ich solle mich festlegen. Und da bekam ich es mit der Angst zu tun. Was sollte ich wählen? Immer wenn ich mich für eine Sache entscheiden würde, würde ich mich gleichzeitig gegen vieles andere entcheiden. Was wenn ich etwas auswähle, dieser Sache folge und dann nach einem Jahr damit unglücklich bin auch wenn ich sd Ziel erreicht habe? Ich trautemicht mich auf ein Ziel festzulgen. Ich konnte einfach nie sicher sein, dass es das richtige Ziel ist. Ich dachte auch, vielleicht habe ich einfach das richtige Ziel, was wirklich richtig für mich ist, einfach noch übersehen Wenn ich mich jetzt für eines meiner Ziele entscheiden würde, wäre ich darin gewissermaßen gefangen und würde mich schrecklich fühlen, wenn auf halber Strecke ein besseres Ziel entdecken würde.

Diese meine Gedanken hielte mich  mein ganzes Leben schon auf meine Ideen wirklich anzugehen und umzusetzen. Ich glaubte meinen Ängsten mehr als meiner Sehnsucht. So tritt ich immer auf Stelle und kam im Leben nicht vorran. Das machte mich über lange Jahr unglücklich, weil ich in meinem Inneren wußte, dass ich eigentlich ein viel kreativeres Leben führen wollte. Ich fühlte auch, dass ich das konnte, dass außergewöhnliche Fähigkeiten in mir hatte, auch wenn ich nicht genau damals hätte sagen können welche das waren.

 

Ich legte mich nicht fest. Ich legte mich nicht fest. Ich legte mich all die Jahre nicht fest.

 

Mein Leben hat erst angefangen sich zu bewegen, sich zu verändern, abzuheben, als ich den Mut fand mich festzulegen. Ich habe allen Ängsten ins Gesicht gesehen und habe trotzdem gehandelt. Ich habe das Risiko in Kauf genommen, dass es sich letztlich als eine falsche Entscheidung herausstellen wird. Ich habe das Risiko in Kauf genommen, dass ich scheitern könnte. Ich habe das Risiko in Kauf genommen, das ich etwas wichtiges verpassen würde, ich habe den Schmerz desVerzichts auf mich genommen, den jede große Entscheidung bringt – nämlich den Verzicht auf alles wogegen ich mich gleichzeitig entscheide. (Wie wenn ich mir den Urlaub gönne, mir dann aber keinen neuen Computer kaufen kann.)  Ich habe mir eine große Portion Motivation geschaffen und habe Gas gegeben meine Ideen umzusehen. Ich habe einen unzerstörbaren Glauben entwickelt, dass dieses Ziel das Richtige ist und das ich großartig sein wird dort zu sein. Ich habe einfach bestimmt was ich denke. Das hat mir mein Coach beigebracht: Dass ich der Herr über meine Gedanken bin. Und ich habe gleich angefangen diese Fähigkeit zu trainieren.

 

Wenn ich mich nicht festlege, wird sich nichts verändern.

 

Und das schlimmste ist: Je länger ich mich nicht festlege, desto unglücklicher und resignierter werde ich. Desto mehr und mehr verliere ich den Glauben, dass ETWAS geht, dass etwas für michMöglich ist, dass ich ich etwas außergewöhnliches schaffen kann.

 

In dem Moment wo ich mich auf etwas festlege, gerät mein Leben in Bewegung.

 

Es macht Spaß es in kleinen Dingen zu üben, zu spüren wie gut sich das anfühlt, was dann passiertund auch die Ergebnisse zu beobachten, die das Festlegen bringt.  Meiner Erfahrung nach ist es Trainingssache und ich werde besser bzw. mutiger darin mich für größere Dinge festzulegen.